June 20, 2014

Margreet Boonstra - André Krigar



 André Krigar und Margreet Boonstra im Kunsthaus Müllers, Rendsburg, 2.3.2014 
Foto: shz.de

Axel Feuß:
Ausstellungseröffnung 
MARGREET BOONSTRA - ANDRÉ KRIGAR
DAS AUGE VOR DER NATUR
Burg Kniphausen, Wilhelmshaven, 6. April 2014, 17 Uhr

Sehr verehrte Freunde der Kunst,

für Margreet Boonstra, die in Groningen studiert hat, ist die Ausstellung in Wilhelmshaven fast ein Heimspiel, denn die niederländische Stadt liegt für Sie bei einer Entfernung von etwas über hundert Kilometern sozusagen vor der Haustür. Ich darf annehmen, dass grenzüberschreitende Ausstellungen mit den Niederlanden für Sie üblicher sind als bei uns in Schleswig-Holstein, wo die Ausstellung zuvor in veränderter Form im Kunsthaus Müllers in Rendsburg zu sehen war. Um so interessanter ist vielleicht für Sie die Zusammenarbeit der niederländischen Künstlerin mit einem Maler aus Berlin, André Krigar, der in der Hauptstadt ebenso wie in Hamburg und Schleswig-Holstein durch zahlreiche Einzel- und Gruppenausstellungen einen guten Namen hat.

Zusammenarbeit ist ein wichtiges Stichwort. Es hat nämlich Tradition, dass die realistisch malenden Künstlerinnen und Künstler nicht nur allein, sondern auch in der Gruppe und in wechselnder Besetzung zusammen arbeiten. Sie malen unter den Bedingungen des Freilichts in der Natur oder auch in der Stadt, also direkt vor dem Motiv, und werden daher ebenso richtig als Freilichtmaler bezeichnet. Sie sind nicht nur gesellige Menschen, sondern sie finden es wichtig, voneinander zu lernen, über die Mal-Ergebnisse zu diskutieren, vielleicht auch um sich zu messen und sich künstlerisch und intellektuell miteinander auszutauschen. Sie verlängern damit auch ihre Studienzeit an der Akademie, während der man unter Kommilitonen arbeitete und diskutierte, in die Gegenwart. An immer neuen Orten, mittlerweile auf der ganzen Welt, treffen sie sich, um in sogenannten Mal-Symposien gemeinsam künstlerisch tätig zu sein.

André Krigar: Schilf am Haukivesi, 2005, 80 x 40 cm

Begonnen hat damit in jüngerer Zeit die Gruppe "Norddeutsche Realisten", die 1989 von dem in der Nähe von Flensburg lebenden Maler Nikolaus Störtenbecker gegründet wurde. Diese Gruppe hatte im vergangenen Jahr, ergänzt durch weitere realistisch malende Künstlerinnen und Künstler, die der Gruppe nur vorübergehend angehörten, eine viel beachtete Retrospektive im Schleswig-Holsteinischen Landesmuseum auf Schloss Gottorf in Schleswig. André Krigar gehört den "Norddeutschen Realisten" seit 1992 an und hat seitdem an zahlreichen der gemeinsamen Pleinair-, also Freilicht-Symposien teilgenommen. Diese Gruppe ist allerdings keine Zwangsgemeinschaft. Vielmehr hat jeder der beteiligten Künstler einen charakteristischen Stil, eine persönliche Künstlerkarriere, eigene Ausstellungen und Aktivitäten. Dies gilt umso mehr für André Krigar, der in Berlin und Hamburg als Stadtmaler anerkannt, malend in der ganzen Welt unterwegs ist und der 2008 zusammen mit den finnischen Malern Heinrich Ilmari Rautio und Pekka Hepoluhta eine eigene Gruppe mit dem Namen "triumviratus" gegründet hat.

Margreet Boonstra: Auf dem Berg von Bergen, 2012, 50 x 100 cm

Hinter der gemeinsamen Pleinair-Malerei und dem Bestreben, Gruppen zu gründen, steht allerdings eine sehr viel ältere Tradition, nämlich die Gründung der Künstlerkolonie von Barbizon im Jahr 1830. Damals rebellierten die Künstler gegen die an den Akademien gelehrte Historien- und Ateliermalerei. Sie interessierten sich nicht mehr für antike Szenen, historische Schlachten und im Ate­lier komponierte Landschaften. Statt dessen zogen sie gemeinsam hinaus in das Dorf Barbizon am Rand des Waldes von Fontainebleau südlich von Paris. Dort sollte nur die Natur ihre Lehrmeisterin sein. Unter freiem Himmel studierten sie den zuvor als unbedeutend empfundenen Landschaftsausschnitt, die "paysage intime". Sie entwickelten die Fähigkeit, Stimmungen, Licht und Farbeindrücke mittels kurzer, aneinander gefügter Pinselstriche in abgestuften Farben wiederzugeben. Das war eine Technik, die zuvor nur für kleine Handstudien angewendet wurde, aus denen man dann im Atelier die großen Landschaftsgemälde komponierte. Die Freilichtmaler von Barbizon begannen jedoch, in dieser Technik vollständige Landschaftsbilder im Freien auf der Staffelei zu malen und stellten diese dann in den Pariser Salons aus. Sie legten damit die Grundlage für die weitere Entwicklung der bildenden Kunst: im 19. Jahrhundert für den Realismus, den Naturalismus und den Impressionismus, im 20. Jahrhundert für die Erkenntnis, dass sich aus den scheinbar unbedeutenden, einfachen Dingen in der alltäglichen Umgebung, aus Ausschnitten, Schnipseln und gefundenen Dingen bedeutende Kunst entwickeln lässt.

André Krigar: Im Vorbeigehen, 2004, 24 x 30 cm

André Krigar nahm in den Neuzigerjahren an den Mal-Symposien der "Norddeutschen Realisten" in Schleswig-Holstein, Niedersachsen und auf dem Segelschulschiff Gorch Fock teil, im Jahr 2000 am Tuusula-See in Finnland, 2003 im Kieler Landtag, 2006 im Bundesrat in Berlin sowie 2011 auf der Insel Sylt. Die Kunstwerke, die während der Symposien entstanden, wurden in Galerien und Museen meist vor Ort ausgestellt, also auch im Landtag in Kiel und im Bundesrat in Berlin. In der Regel gab es dazu umfangreiche Ausstellungskataloge. In Hamburg fanden Symposien der "Norddeutschen Realisten" 1995 und 2007 im Hamburger Hafen, im Jahr 2000 bei der Lufthansa-Technik am Flughafen Fuhlsbüttel und 2004 in Blankenese statt, an denen Krigar ebenfalls teilnahm. Das ist insofern interessant, als zahlreiche realistische Malerinnen und Maler sich nicht nur für die mal liebliche, mal raue Natur, sondern auch für die malerische Wirkung von Flugzeughangars und Schiffsrümpfen im Dock interessieren und weil - wie in Hamburg-Blankenese - Kirchengemeinden und ganze Stadtteile an ihrem künstlerischen Schaffen Anteil nehmen.

Die niederländische Entsprechung zu den "Norddeutschen Realisten" ist die Gruppe "Het Noordelijk Realisme". Sie entstand Anfang der Achtzigerjahre aus einer "Gruppe Figurative Abstraktion" an der Staatlichen Akademie in Amsterdam und wurde dann im Nordosten der Niederlande, in Groningen, Friesland und Drenthe, aktiv. Seitdem entstand unter dem Einfluss der Kunstakademie Minerva in Groningen, an der Margreet Boonstra von 1989 bis 1994 freie Malerei studierte, der "Realismus des Nordens". Eine niederländische Webseite verzeichnet für die Gruppe "Het Noordelijk Realisme" neben Boonstra, die der Gruppe seit 1997 angehört, weitere 65 Künstlerinnen und Künstler. Das sind ungefähr dreimal soviel Mitglieder als zum festen Bestand der "Norddeutschen Realisten" gehören. Auch in den Niederlanden gibt es Freilichtsymposien. In Katwijk nehmen seit 2008 in jedem Jahr während des Sommers sowohl lokale als auch auswärtige Künstlerinnen und Künstler an dem Malfestival unter freiem Himmel teil. Dieses Festival mit dem Titel "Katwijk en plein-air - Malerei am Meer" wird von einer lokalen Künstlervereinigung organisiert, die damit eine über einhundertjährige Tradition wiederbelebt hat. Eine Woche lang malen die Künstlerinnen und Künstler am Strand sowie in den Orten Katwijk, Reijnsburg und Valkenburg. Anschließend findet in Katwijk aan Zee die Ausstellung der entstandenen Werke statt. 2008 und 2012 nahm André Krigar am Malfestival in Katwijk teil, bei dem er niederländische Freilichtmaler kennen lernte und in dessen Folge die Idee für die heute gezeigte gemeinsame Ausstellung mit Margreet Boonstra entstand.

André Krigar: Leuchtturm (Urk), 2013, 60 x 50 cm

In dem Ort Katwijk, den Boonstra und Krigar uns neben vielem Anderen in dieser Ausstellung mit Landschaften, Seestücken und Porträts nahebringen, entstand nach Barbizon in der Mitte des 19. Jahrhunderts eine weitere große Tradition der europäischen Freilichtmalerei. Niederländische Künstler zogen in kleine Dörfer an der Küste oder auf dem Land. Auslöser dafür war vor allem der Einfluss der französischen Malerei, aber auch ein wachsendes Interesse an der niederländischen Malerei des 17. Jahrhunderts. Inspirierend waren die Landschaften von Jacob van Ruisdael und die Interieurmalerei von Johannes Vermeer und Pieter de Hoogh. Die zeitgenössische Interpretation dieser Themen suchte man dann außerhalb der Städte an Orten, in denen sich der ursprüngliche Charakter der Landschaft und des einfachen Volkslebens noch erhalten hatte. Aber nicht nur niederländische Maler, sondern auch Künstler aus anderen Ländern suchten hier das einfache Landleben. Es kamen Amerikaner, Deutsche, Engländer und Belgier, um die niederländische Kunst des 17. Jahrhunderts in den Museen zu studieren und um in den Künstlerdörfern zu arbeiten.

Margreet Boonstra: Nordseestrand, Katwijk, 2013, 40 x 40 cm

In Katwijk bildete sich ab 1880 eine Künstlerkolonie, die bis etwa 1910 bestand. Der noch erhaltene Charakter des Fischerortes, der etwa in Scheveningen schon verloren gegangen war, machte den Reiz von Katwijk aus. Die Zahl der Maler, die dort gearbeitet haben, ist außergewöhnlich hoch. Eine Inventarisierung, die das Museum von Katwijk 1995 veröffentlichte, verzeichnet 439 Niederländer und 440 Ausländer. Viele kamen in den Sommermonaten mehrmals, einige wohnten länger dort. Der berühmteste deutsche Maler, der sich in Katwijk aufgehalten hat, ist der Berliner Max Liebermann. Er besuchte die Niederlande ab 1871 regelmäßig. Die Aufenthalte wurden entscheidend für seine Motivwahl und den naturalistischen Stil seiner Malerei, denken Sie an die "Netzeflickerinnen", die "Flachsscheuer in Laren", das "Altmännerhaus in Amsterdam", die spielenden Knaben am Strand. Neben Liebermann kamen vor allem Maler, die später als Naturalisten oder Impressionisten bekannt wurden, in die Niederlande wie Friedrich Kallmorgen, Leopold von Kalckreuth und Ivo Hauptmann. Aus Schleswig-Holstein waren Hans Peter Feddersen und Otto Heinrich Engel in den Niederlanden. Durch die Vermittlung dieser Maler haben wir gelernt, die Landschaft der Westküste, sei es in Schleswig-Holstein oder in Niedersachen, mit Augen zu sehen, die an der niederländischen Landschaft, an den dortigen Motiven und an der niederländischen Malerei geschult wurden.

Margreet Boonstra: Der Hafen von Urk, 2013, 40 x 30 cm

Nicht nur aufgrund der historischen und kunstgeschichtlichen Tradition, auch landschaftlich sind uns die Bilder von Margret Boonstra daher sehr vertraut. Ihre Bilder von kleinen Häfen am Ijsselmeer und vom Nordostpolder in der Provinz Drente könnten genauso gut Szenen im nordfriesischen Wattenmeer oder an Jade, Weser und Elbe zeigen. Die von ihr geschilderten Birkenniederungen könnten ebenso an der Treene bei Oeversee im Landesteil Schleswig oder am Rand des Teufelsmoors bei Worpswede liegen. Die  "Russendünen bei Katwijk" und den "Ersten Schnee auf Vlieland" würden wir auch als Bilder von Sylt, Amrum oder den Ostfriesischen Inseln akzeptieren. Das liegt natürlich an den ähnlichen Landschaftsformen und an den Stimmungen der Atmosphäre und des Wetters, die an den Küsten von Noordholland, Drente und Friesland ähnlich sind wie an der deutschen Nordseeküste. Vor allem aber liegt es an der Fähigkeit der Malerin, die Landschaft und ihre Stimmungen, das Licht und die atmosphärischen Erscheinungen auf der Leinwand in Ereignisse aus Pinselstrichen und Farbe umzusetzen. 

Margreet Boonstra: Erster Schnee auf Vlieland (Holland), 2010, 70 x 90 cm

Da ist nichts detailgetreu oder fotorealistisch abgemalt. Sondern es sind Licht- und Farbeindrücke in farbige Ereignisse übersetzt, die wir als Betrachter mit unseren eigenen Erfahrungen der Landschaft vor dem geistigen Auge in Übereinstimmung bringen. Weit ist in ihren Landschaften und Seestücken das Maß an Abstraktion und an feiner Farbabstimmung gediehen, das mich an die Schleswig-Holsteinischen Maler aus der Zeit um 1900, an Hans Peter Feddersen, oder beim Glühen ihrer Blumensequenzen und den klaren, frostigen Winterstimmungen an Hans Olde erinnert. Lichtdurchflutet und mit starkem Gewicht auf der Natur sind ihre Ansichten aus Berlin. Typisch niederländisch wirken auf uns, natürlich durch die charakteristische Tracht, ihre Porträts aus Volendam und Katwijk. Außerdem sind von ihr Bilder vom "Lamu Painters Festival" auf Lamu Island in Kenya zu sehen, an dem Margreet Boonstra 2013 gemeinsam mit anderen niederländischen Malern, mit André Krigar und dem Finnen Pekka Hepoluhta teilgenommen hat.

Margreet Boonstra: Atelier in der Manteuffelstraße, Berlin, 2013, 50 x 65 cm

André Krigar zeigt in dieser Ausstellung einen Querschnitt durch unterschiedliche Werkgruppen sowie von verschiedenen Mal-Symposien und Reisen seit 2004. Seine "Abendstimmung" von der Elbe bei Blankenese führt uns zurück in die Zeit, als ich ihn anlässlich des Mal-Symposiums der "Norddeutschen Realisten" 2004 in Hamburg-Blankenese kennen lernte. Seine Bilder aus Finnland von 2005, ein Waldrand von 2006 und die Bilder vom Symposium in Katwijk 2013 zeigen kleine Landschaftsausschnitte, Naturidyllen, die wir in letzter Zeit von Krigar nicht gewohnt waren. Auch andere Bildgattungen wie Akte und Figurenbilder hat er mit einem Abstand von einem Jahrzehnt wiederbelebt. Seine "Krabbenpulerinnen" sind in der klassischen Perspektive und der Reihung komplementärer Farben eine Hommage an Max Liebermanns "Netzeflickerinnen" und dessen "Flachsscheuer in Laren".

André Krigar: Cristina aus Tarent, 2012-14, 70 x 40 cm

Krigar brilliert, wie nicht anders zu erwarten, mit seinen Städtebildern aus Berlin und Hamburg. Er stammt aus Berlin und ist Sohn des Filmregisseurs und Dokumentarfilmers Kurt Krigar. Er studierte dort 1972-79 an der Hochschule für bildende Künste. Seit dem Fall der Berliner Mauer war er mit Staffelei und Malkasten in den ehemaligen Ost- und Westteilen der Stadt unterwegs, um diese vor dem geistigen Auge und im Bild wieder zum einem Ganzen zusammenzufügen. Nach den Symposien der "Norddeutschen Realisten" in Hamburg begann er ab 2008, die Hansestadt auf Tagesfahrten von Berlin aus malerisch zu erkunden. Seitdem hat er in zahlreichen Ausstellungen der langen Tradition der Hamburger Freilichtmalerei neue Blicke auf bislang wenig beachtete Gegenden hinzugefügt. Andere Stationen seiner Malerei waren neben Rom, Florenz, Helsinki, Paris und Amsterdam Städte und kleinere Orte, in denen er von Galerien zum Malen eingeladen war, wie Mainz, Speyer, Klaukkala, Modica, Varese und Salerno. 2008 wurde ihm in Noordwijk der Rembrandt Painting Award verliehen, für den Margreet Boonstra 2011 nominiert war.

André Krigar: Häuserecke, nachts, 2011, 40 x 30 cm

In seinen Landschaften ebenso wie in seinen Stadtbildern interessieren Krigar Licht- und Farbereignisse: schöne Sonnentage mit glitzerndem Wasser, ein bewegtes Schilffeld, Licht, das durch Baumkronen fällt, eine Abendstimmung im Schnee, ein nachts erleuchtetes Konzerthaus ebenso wie regnerisch verhangene Nachmittage im November. Kein Interesse hat er jedoch an Postkartenansichten. In der Stadt malt er vorzugsweise alltägliche Wohn- und Einkaufsstraßen, Blicke durch Bahnunterführungen, eine Litfasssäule im Schnee, Kreuzungen, Straßenecken und sogar Baustellen, deren Stimmungen zur jeweiligen Tages- und Jahreszeit er mit kurzen prägnanten Pinselstrichen aus Licht- und Farbereignissen charakterisiert. Durch schnell gesetzte Abstufungen in den Lokalfarben, pastose Pinselstrukturen und eine summarische Andeutung der Details entsteht eine bewegte Bildoberfläche, die zugleich Ausdruck der ständigen Veränderungen des Lichts und der im Freien überall sichtbaren Bewegungen ist.

André Krigar: Zurück zum Markt (Lamu Town), 2013, 80 x 100 cm

Filmisches Sehen ist bei ihm nicht nur durch den Einfluss des Vaters, sondern auch durch die zahlreichen Reisen und das Malen in der Großstadt ausgeprägt. Wetter, Licht, vorüberziehende Wolken und die Oberflächen von Gewässern verändern sich während des Malvorgangs ständig. Menschen gehen vorüber. Der Maler speichert die flüchtigen Bilder aus dem vorüberziehenden Film in seinem Unterbewusstsein und aktiviert sie beim Übertragen ins Ölbild. Niemals jedoch verwendet er Fotografien, immer ist sein Auge direkt vor der Natur. Häufig wird der Betrachter auf seinen Gemälden wie auf einer Kamerafahrt durch den Bildraum geführt. Schauen Sie auf das aufregende Bild "Zurück zum Mark in Lamu". Das Auge des Betrachters beginnt unterhalb der Bildmitte auf einem kleinen unbedeutenden Lichtpunkt auf dem Boden, wandert nach rechts zu den Verkaufsständen, dann in einem Bogen zur Mitte zurück, zu der vorüber gehenden Gestalt und konzentriert sich dann auf die schillernden Licht- und Farbereignisse am oberen Bildrand. Spannender kann man eine Bildgeschichte kaum gestalten.